Der Medicus von Saragossa.
von Noah Gordon (Autor), Klaus Berr (Übersetzer)
Was hat Noah Gordon mit dem legendären Pater Brown gemeinsam? Er kann's eben auch nicht lassen -- gut so! Und ab geht's mit dem neuen Buch des Bestsellerautors ins mittelalterliche Spanien, hinein in die Zeit der sich ausbreitenden Inquisition im beginnenden 15. Jahrhundert. Historie als unterhaltsame Kost, leichtverdauliche Handlungsebenen, gute Recherche bis ins Detail und einen Schuss Krimigewürz, samt der Einladung, das rund 470 Seiten-Menü hautnah und spannend mitzuerleben und zu verschlingen -- ein Rezept, mit dem Noah Gordon ja nicht zum ersten Mal brilliert.
Vor dem Hintergrund der brutalen Verfolgungen religiöser Minderheiten mit päpstlichem und königlichem Segen spielt diese fesselnde Geschichte, die mit der heimtückischen Ermordung eines Jungen in Toledo beginnt, dem Sohn des jüdischen Mannes, der als einer der besten Silberschmiede in ganz Kastilien gilt. Für eine wertvolle Reliquie hat er das Reliquiar angefertigt, gerät aber durch Glauben und gesellschaftlichen Aufstieg ins Visier der Inquisition. Meir, sein Sohn, der das Gefäss persönlich der Kirche überbringen soll, kehrt nicht wieder nach Hause zurück. Alle Spuren führen in Kirchenkreise. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Edikt fordert alle Juden auf, Spanien innerhalb von drei Monaten zu verlassen, der Druck auf Juden und die sogenannten Conversos, Juden und Mauren, die sich aus Angst heraus zum Christentum bekennen, nimmt zu. So kann Helkias, der Silberschmied, seinen zweiten Sohn Jona, im letzten Moment in Sicherheit bringen, bevor das Unheil auch über sein Haus hereinbricht.
Jona ist es, der sich nun zur Hauptperson des neuen Gordon-Schmökers herauskristallisiert. Auf der Flucht, auf der Suche nach Glaubens- und Familienangehörigen und auf dem Wege, selbst ein Mann zu werden, beginnt für ihn eine Odyssee quer durch Spanien, bis er endlich nach einer abenteuerlichen und atemberaubenden Reise in Saragossa ankommt und dort in die Lehre eines Medicus geht. Das klingt bekannt? Ja, ja, schon, da ist wieder dieses Gefühl von Eintauchen in eine alte Zeit und dem Nicht-mehr-Herauswollen, da ist wieder dieser Effekt, von dem TV-Serien oft nur träumen: Die Sucht nach dem nächsten Kapitel und da ist sicherlich wieder das unbestrittene Talent Gordons, mit einfacher Sprache, kurzen Kapiteln, spannend-unterhaltender Handlung bei seiner Leserschaft absolut ins Schwarze zu treffen. Aber dann ist es eben doch alles wieder ganz anders...
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Spanien in kleinen Geschichten
von Mercedes Mateo Sanz (Autor)
Das Büchlein "Spanien in kleinen Geschichten / Abanico español" von Mercedes Mateo Sanz ist für jeden Leser ein Gewinn, nicht nur für Urlauber auf Mallorca und anderswo an spanischen Stränden. Warum?
Ganz einfach: Wer schlicht wissen möchte, wie die Spanier ihre Zeit einteilen und wann sie Siesta halten, wird in diesem Buch genauso informiert wie derjenige, der sich die Fragen stellt: Was hat es mit den "besos", den Wangenküsschen, auf sich - die man übrigens immer zuerst auf die rechte, dann auf die linke Wange gibt? Was für Zutaten gehören denn jetzt eigentlich in eine originale Paella? Und welchen Wein muss ich kaufen, um eine echte Sangria zu machen? Kurz gesagt: Dieses Büchlein bietet die absoluten "Basics" der spanischen Kultur.
Aber nicht nur den Einsteiger, auch den "alten Hasen" in Sachen Landeskunde wird dieses Buch mit Antworten erfreuen. Wer waren zum Beispiel die Katholischen Könige? In welche Zeitspanne gehören sie? Und vor allem: Was geschah während dieser Epoche? All dies erfährt der Leser. Auch wann und wo die erste Grammatik der spanischen Sprache entstand, kann er nach der Lektüre sagen. Dass Amerika 1492 entdeckt wurde, weiss jeder. Aber an welchem Tag denn genau? Und wie viele Leute gehörten zu Kolumbus' Mannschaft? Auch diese "Schmankerl", ebenso wie viele andere mehr bleibt das Buch nicht schuldig.
Und das Allerbeste ist: Das Ganze lässt sich auf Spanisch und auf Deutsch lesen. Spanisch muss man also nicht unbedingt können, um sich das Buch zu Gemüte zu führen. Ich empfehle es aber gerade auch demjenigen, der Spanisch lernt. Der Wortschatz ist, wenn man den Text nur "auf der spanischen Seite" liest, leicht zu erschliessen. Als Einstimmung auf einen Spanienurlaub oder "Fundgrube" touristischer Ideen kann das Werk gute Dienste leisten. Nicht zuletzt der absolut erfrischende Stil macht dieses Lesebuch - die Kapitel können, was ich sehr gut finde, unabhängig voneinander "angegangen" werden - zu einer "Reise nach Spanien".
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Die Handschrift von Granada
von Antonio Gala (Autor)
Das fiktive Tagebuch Boabdils, des letzten maurischen Herrschers im spanischen Andalusien. Boabdil schildert nicht nur sein bewegtes Leben, von der unbeschwerten Kindheit in der Alhambra von Granada bis zum Exilantendasein des desillusionierten Greises, sondern er lässt auch eine grossartige, von Toleranz geprägte Kultur lebendig werden, die das lustfeindliche kastilische Königspaar Isabel und Ferdinand für immer zerstörte.
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