Rom - die grösste Stadt Italiens
Rom (Italienisch Roma), die grösste Stadt Italiens mit ca. 2,5 Mio. Einwohnern im Stadtgebiet sowie rund 3,3 Mio. Einwohnern als Agglomeration liegt in der Region Latium an den Ufern des Flusses Tiber.
Die nicht zuletzt wegen ihrer Rolle in der Antike als Hauptstadt des römischen Reichs auch als „ewige Stadt“ bezeichnete Metropole ist seit 1871 die Hauptstadt des im Risorgimento wiedervereinigten Italiens und Sitz des Malteser-Ritterordens, der ein eigenständiges, jedoch nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt ist. Darüber hinaus ist sie Verwaltungssitz der Region Latium und der Provinz Rom. Innerhalb der Stadt bildet der unabhängige Staat der Vatikanstadt eine Enklave. Der Vatikan ist der Sitz des Bischofs von Rom und somit des Papstes, dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Somit ist die Stadt eine dreifache Hauptstadt.
Die Altstadt von Rom, der Petersdom und die Vatikanstadt wurden von der UNESCO im Jahre 1980 zum Weltkulturerbe erklärt. Ausserdem ist Rom der Sitz verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen FAO, IFAD und WFP.
Fakten und Zahlen
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Geographische Koordinaten: 41° 53" 0' N, 12° 29" 0' O41° 53" 0' N, 12° 29" 0' O
Höhe: 37 m s.l.m.
Fläche: 1.285,306 km²
Einwohner: 2.550.982 (30.06.2006)
Bevölkerungsdichte: 1.985 Einw./km²
Postleitzahl: 00100 (allgemein) und 00121–00199
Vorwahl: +39–06
ISTAT-Nummer: 058091
Einwohner: Romani
Schutzpatron: Petrus und Paulus
Website: www.comune.roma.it
Geografische Lage
Rom liegt im Zentrum des Landes, am Tiber, unweit des Tyrrhenischen Meeres durchschnittlich 37 Meter über dem Meeresspiegel. Im Osten Roms befinden sich die Abruzzen, im Nordosten die Sabiner Berge und im Süden die Albaner Berge.
Rom liegt in der Tiberebene, in welcher sich Tiber und Aniene kurz vor der Stadt vereinigen. Die geografischen Koordinaten sind 41°53' nördliche Breite und 12°29' östliche Länge. Die weitere Umgebung ist die Campagna Romana oder kurz Campagna.
Die Provinz Rom grenzt im Norden an die Provinz Viterbo und die Provinz Rieti, im Osten an die Provinz L'Aquila in der Region Abruzzen, sowie im Süden an die Provinz Frosinone und die Provinz Latina.
Klima
Das Klima Roms ist von seiner mediterranen Lage geprägt. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,5 Grad Celsius und die jährliche Niederschlagsmenge 880 Millimeter im Mittel.
Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 24,5 bis 24,7 Grad Celsius und die trockensten ebenfalls Juli und August mit 14 bis 22 Millimeter Niederschlag im Mittel.
Die grössten Niederschläge sind von Oktober bis Dezember mit durchschnittlich 106 bis 128 Millimeter zu verzeichnen. Der kälteste Monat ist der Januar mit 6,9 Grad Celsius im Mittel.
Religionen
In der Antike war die Römische Mythologie mit ihren Kulten die am weitesten verbreitete Religion in der Stadt. Dennoch waren in diesem Kulturzentrum auch andere Religionen vertreten, wie zum Beispiel der Mithraskult und weitere Mysterienkulte. Bereits sehr früh entstand eine christliche Gemeinde in der Stadt, welche trotz der Christenverfolgungen rasch anwuchs.
Ab der Herrschaftszeit Konstantins des Grossen nahm das Christentum im Römischen Reich einen Aufschwung und überlebte auch dessen Untergang. Nachdem die Stadt mehrfach von heidnischen Völkern geplündert und zerstört wurde, setzte sich Rom als Zentrum des Kirchenstaates durch. Infolgedessen wurden in Rom unzählige Kirchen errichtet, die die wichtigsten Heiligtümer beherbergen.
Nachdem Rom 1797 von Napoléon Bonaparte erobert worden war, wurde es nach dem Wiener Kongress 1815 wieder unter päpstliche Hoheit gestellt. Da das italienische Nationalbewusstsein unter der französischen Besatzung gewachsen war, kam es zum Krieg zwischen dem inzwischen vereinigten Italien und dem Papstsitz Rom.
Der Papst zog sich darauf hin in den Vatikan zurück, der 1929 in den Lateranverträgen als eigenständiger Staat akzeptiert wurde. Seitdem ist Rom, besonders der Vatikan, wieder ein grosses geistliches Zentrum des Christentums.
Kulinarische Spezialitäten
Das kulinarische Angebot in Rom ist sehr abwechslungsreich und reicht von ausgezeichneter Küche der berühmtesten Köche internationalen Niveaus bis zur typisch römischen Küche mit ihrer Vielfältigkeit; von der jüdischen Küche zur Zubereitung von Schalentieren über Spezialitäten aus Latium bis hin zu ausgezeichneten Fischgerichten.
Typische Gerichte der römischen Küche sind die „coda alla vaccinara“, Schwänze junger Rinder in Wein mit Tomaten und Pfefferschoten gekocht, die „pajata“, gefüllter Kalbsdarm mit Tomatensosse, das „abbacchio alla scottadito“ (Milchlammkotteletts), oder die „trippa alla romana“ (Kutteln in Tomaten-Minzsosse), die mit der Zeit immer weiter verfeinert wurden und heute wahre Spezialitäten sind. Schmackhaft sind auch die Supplì al Telefono, frittierte Reisklösschen gefüllt mit Mozzarella, gefüllte Zucchiniblüten und Bruschette geröstete Brotscheiben mit Öl und Knoblauch oder auch in vielen anderen Varianten, beispielsweise mit Tomaten. Eine weitere römische Spezialität sind verschiedene Zubereitungsarten von jungen Artischocken, beispielsweise „alla Romana“ mit Knoblauch und Minze im Ofen gedünstet oder frittiert „alla Giudia“, und aus der jüdisch-römischen Küche kommt das beliebte Baccalà, frittierte Kabeljaufilets, die oft als Imbiss zwischendurch gegessen werden.
Auch zwei der berühmtesten Nudelgerichte kommen aus Rom, die „bucatini (dickere Spaghetti mit einem Loch) all’amatriciana“, mit Bauchspeck in der Tomatensosse, und die „spaghetti alla carbonara“. Sie wurden einer Legende nach in der Besatzungszeit für amerikanische Soldaten als Ersatz für deren typisches Frühstück mit Speck und Ei erfunden, sind aber wohl schon viel länger bekannt da sie in einem historischen Kochbuch aus dem 19ten Jahrhundert beschrieben werden.
Die traditionellen Restaurants der Stadt mit echten römischen Spezialitäten befinden sich überwiegend in Testaccio rund um den früheren Schlachthof.


