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In Kürze

  • Amtssprache: Japanisch
  • Hauptstadt: Tokio
  • Staatsform: Parlamentarische Monarchie
  • Staatsoberhaupt: keines (de jure)
    Tenno Akihito (de facto)
  • Regierungschef: Premierminister Yukio Hatoyama
  • Fläche: 377.835 (1) km²
  • Einwohnerzahl: 127.264.438 (2008)
  • Bevölkerungsdichte: 336,9 Einwohner pro km²
  • Währung: Yen
  • Gründung: 11. Februar 660 v. Chr. (mythologisch)
    3. Mai 1947 (Inkrafttreten der Nachkriegsverfassung)
  • Nationalhymne: Kimi Ga Yo
  • Zeitzone: UTC+9 (JST)
  • Kfz-Kennzeichen: J
  • Internet-TLD: .jp
  • Telefonvorwahl: +81


Die zehn größten Städte

  • Tokio (8.340.000 Einwohner)
  • Yokohama (3.375.500)
  • Osaka (2.639.700)
  • Nagoya (2.213.700)
  • Sapporo (1.874.900)
  • Kobe (1.523.900)
  • Kyoto (1.469.500)
  • Fukuoka (1.400.100)
  • Kawasaki (1.315.900)
  • Saitama (1.176.314)


Landesbezeichnung

Der Landesname setzt sich aus der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“ und der Bedeutung „Ursprung“, „Wurzel“ oder „Beginn“ zusammen. Japan ist deshalb auch als das „Land der aufgehenden Sonne“ bekannt. Der zusammengesetzte Begriff kann sowohl „Nippon“ als auch „Nihon“ ausgesprochen werden: Während „Nippon“ eher in der formalen Sprache, auf japanischem Geld und Briefmarken sowie bei internationalen Veranstaltungen verwendet wird, kommt in der Alltags- und Umgangssprache „Nihon“ häufiger vor.
Die Nomenklatur des Landesnamens stammt von der offiziellen Korrespondenz der japanischen Herrscher mit der chinesischen Sui-Dynastie (6.–7. Jahrhundert) und bezieht sich auf die von China aus gesehen östliche Lage des Landes. Zuvor war das japanische Kernland als Yamato und als Hi no Moto (no Kuni) „(Land des) Ursprungs der Sonne“) bekannt.
Der Name „Japan“ ist ein Exonym, das sich vermutlich von einer chinesischen oder Wu-Aussprache der Schriftzeichen ableitet. So gab etwa Marco Polo den chinesischen Begriff für Japan (chin. rìbenguó) als Cipangu wieder. Das frühere malaiische Wort für Japan, „Jepang“ (heute „Jepun“), wurde ebenfalls einer chinesischen Sprache entlehnt. Portugiesische Händler, die im 16. Jahrhundert in Malakka auf den Begriff „Jepang“ stießen, brachten ihn dann mit nach Europa. Im Englischen findet sich der Landesname in der Schreibweise „Giapan“ zum ersten Mal in einem Brief aus dem Jahr 1565.
Mythologische Namen sind Toyo-ashi-hara no chi-aki no naga-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, 1000 Herbste, langen 500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Kojiki, Toyo-ashi-hara no chi-i-ho-aki no mizu-ho no kuni (dt. „Land der üppigen Schilfgefilde, der 1500 Herbste und der fruchtbaren Reisähren“) im Nihon Shoki, kurz auch Toyoashihara no kuni und Mizuho no kuni, Ashihara no naka-tsu-kuni (Kojiki/Nihon Shoki: dt. „Land der Mitte [zwischen dem Himmel Takamanohara und der Unterwelt Yomi no kuni] der Schilfgefilde“), als auch Oyashima no Kuni (Kojiki: Nihon Shoki: dt. „Land der großen acht Inseln“), kurz auch Yashima.


Geographie

Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaido im Norden, die zentrale und größte Insel Honshu, sowie Shikoku und Kyushu im Süden. Dazu kommen 6.848 kleinere Inseln, die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryukyu-Inseln konzentrieren.
Über dem gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die mehr als zwei Drittel der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan auf der Hauptinsel Honshu mit 3.776 m über dem Meeresspiegel. Landwirtschaft, Industrie und Besiedlung sind auf rund 20 % der Landfläche beschränkt. In den großen Ebenen haben sich die Hauptballungsgebiete entwickelt: Kanto (mit Tokio und Yokohama) in der Kanto-Ebene, Keihanshin (Osaka, Kyoto und Kobe) in der Osaka-Ebene, Chukyo (Nagoya) in der Nobi-Ebene und Kitakyushu-Fukuoka in der Tsukushi-Ebene. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.


Geologie

Japan liegt an der geologischen Bruchzone von vier tektonischen Platten der Erdkruste:

1. die Nordamerikanische Platte im Norden
2. die Eurasische Platte im Westen,
3. die Philippinische Platte im Süden
4. die Pazifische Platte im Osten,

die sich mit einigen Zentimetern pro Jahr gegeneinander bewegen. Teile der Pazifischen Platte schieben sich dort unter die Kontinentalplatte Eurasiens, wodurch sie sich erwärmen und zu Vulkanismus und häufigen Erdbeben führen. Die anhaltende Bewegung (Subduktion) der Krustenteile, die zu einer langsamen Verkleinerung des Pazifiks führt, lässt deren großräumige Verschweißung nicht zu, im Gegensatz etwa zu Indien und den sog. Terraneen anderer Kontinentalränder.
Von den etwa 240 Vulkanen des pazifischen Feuerringes sind 40 aktiv. In der gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben, in größeren Abständen auch schwere (z.B. Großes Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kobe 1995). Jedes Jahr findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine Übung zum Katastrophenschutz statt. Besonders Tokio ist einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt.
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000 Menschen durch Tsunamis. Das Land verfügt heutzutage durch Messbojen im Pazifischen Ozean über ein effektives Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische Küstenstädte schützen sich durch das Errichten hoher Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter hoch, bis zu 25 Meter tief und mit stabilen Metalltoren ausgestattet.


Bevölkerung

Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von rund 127 Mio. Menschen aus.
Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. Trotzdem lassen sich in Japan unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ausmachen, in erster Linie nach Generation, Geschlecht, Bildungsstand und direkt damit zusammenhängend Erwerbssituation und Einkommen sowie nach Stadt und Land.
Die durchschnittliche Lebenserwartung der japanischen Bevölkerung ist mit ca. 82,5 Jahren nach dem Zwergstaat Andorra die zweithöchste weltweit.
Aktuelle Probleme der japanischen Gesellschaft sind ein Rückgang der Geburtenziffer, Überalterung und Jugendarbeitslosigkeit.


Minderheiten

  • Die zahlenmäßig größte Minderheit Japans sind die etwa 650.000 in Japan lebenden Koreaner. Nur wenige dieser Minderheitengruppe haben bisher die japanische Staatsangehörigkeit angenommen.
  • Die indigene Minderheit der Ainu auf der nördlichen Insel Hokkaido stellt heute nur noch einige zehntausend Mitglieder.
  • Die Buraku (auch: Burakumin) sind ethnische Japaner, deren Vorfahren nach shintoistischer und buddhistischer Auffassung unreine Berufe ausübten, daher sind sie noch heute sozial ausgegrenzt.
  • Die Bevölkerung der Ryukyu-Inseln, die historisch ein eigenständiges Reich mit eigener Kultur und Sprache bildeten.
  • Eine weitere Minderheit sind japanischstämmige Südamerikaner, meist Brasilianer, die wieder in das Land ihrer Vorfahren eingewandert sind.
  • Weiter leben in Japan zahlreiche Gastarbeiter aus der arabischen Liga, Indien und Südostasien.


Religion

In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shinto, der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jahrhundert erreichte. Heute gehören über 80 % der Japaner beiden Hauptreligionen gleichzeitig an, daher wird die religiöse Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnet.
Der japanische Buddhismus ist in viele verschiedene Sekten (Schulen, Richtungen) gegliedert, die fast alle dem Mahayana-Buddhismus angehören. Zu den bekanntesten buddhistischen Richtungen in Japan zählen der Zen-Buddhismus, der Amitabha-Buddhismus und der Nichiren-Buddhismus. In der Religion Japans gibt es darüber hinaus chinesische Einflüsse durch Daoismus und Konfuzianismus, die von Shinto und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden.
Das Christentum spielte in der Geschichte Japans vor allem im 16. und 17. Jahrhundert eine gewisse Rolle, nimmt aber heute nur noch eine Randstellung ein.
Ein wichtiges Element stellen die „Neuen Religionen“ dar, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer stärker ausbreiten und oft eine eigenwillige Mischung aus Shinto, Buddhismus und anderen Weltreligionen propagieren. Seit dem Zweiten Weltkrieg herrscht gegenüber diesen Richtungen eine besonders große religiöse Toleranz, sodass gegenwärtig rund 300 solcher Glaubensgemeinschaften amtlich gelistet sind.

Tokio - Narita = NRT

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