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- Das Fest des Ziegenbocks - Die Zeit der Schmetterlinge - Bewohnte Frau

Das Fest des Ziegenbocks

von Mario Vargas Llosa
Als Urania ein Mädchen war, da hiess Santo Domingo noch Ciudad Trujillo. Benannt war die dominikanische Hauptstadt nach Diktator Dr. Rafael Leónidas Trujillo y Molina, den man damals "der Wohltäter" nannte oder "Vater des neuen Vaterlands" oder einfach nur "der Ziegenbock". Seit seiner Ermordung 1961 sind viele Jahre vergangen, und Urania, inzwischen 49 Jahre alt, hat in New York eine erfolgreiche Karriere als Juristin gemacht. Und da nennt sie eigentlich kaum jemand mehr Urania.
Kurz vor der Ermordung des Ziegenbocks hatte die damals 14-jährige Heldin in Mario Vargas Llosas neuem Roman "Das Fest des Ziegenbocks" ihre Heimat verlassen. Nun ist sie zurückgekehrt, um ihren Vater Agustin Cabral, genannt "Cerebrito", zur Rede zu stellen. Immerhin war der unter Trujillo Minister und Senatspräsident, und fiel erst in den letzten Jahren des Regimes in Ungnade. Und dann sind da noch die anderen Opfer des zynischen Ziegenbocks, die plötzlich wieder eine Rolle spielen: darunter der ehemalige Leibwächter Amado García Guerero, der "der Leutnant" hiess und die grosse Liebe seines Lebens nicht heiraten durfte, weil sie die Schwester eines Oppositionellen war. Als makabren "Treuebeweis" musste er ihren Bruder erschiessen -- und plante daraufhin Trujillos Ermordung mit.
An Hand verschiedener Schicksale entwirft Vargas Llosa das überzeugende Panorama einer Diktatur, die Namen ebenso erfand wie auslöschte und im Zeichen des Fortschritts gnadenlos über Leichen ging: "Grosse übel verlangen grosse Lösungen", lautete dabei die perverse Parole. Eindringlich kombiniert der peruanische Autor die Biografien von Günstlingen und Revolutionären zu einer Anklage gegen ein unmenschliches Regime -- und gibt nebenbei den Opfern literarisch ihre Identität zurück. "Das Fest des Ziegenbocks" ist vielleicht Vargas Llosas politischstes Buch. Eines seiner besten ist es auf jeden Fall. --Thomas Köster.
Kurzbeschreibung: Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exiljahren nach Santo Domingo zurückkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senatspräsident und Günstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren Vorwürfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür – und an ein ungeheuerliches Geschehen. Mit ihr kehren wir zurück ins Jahr 1961, als die dominikanische Hauptstadt noch Ciudad Trujillo heisst. Dort herrscht ein Mann, der nie schwitzt, mit absoluter Macht über drei Millionen Untertanen, nackte Gewalt ausübend, wo sie ihm nutzt, Charme und intellektuelle überlegenheit ausspielend, wo er die Gebildeten und die Oberschicht ins Kalkül zieht. Uranias Vater ist da nur eine Schachfigur im perfiden Spiel des Diktators. Während der »Grosse Wohltäter«, der fast das ganze Land in seinen persönlichen Besitz gebracht hat, Militär, Kirche, amerikanische Botschaft im Schach zu halten vermeint, sind seine Attentäter längst unterwegs – ohne ihrerseits zu ahnen, dass in ihrem Rücken ein machiavellistischer Machtwechsel im Gange ist. Im eisigen Zentrum von Vargas Llosas Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General Leónidas Trujillo, genannt »Der Ziegenbock«. Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern. Den Verschwörern mit ihrer brennenden Begierde, ihren Demütiger zu beseitigen, den intelligenten Politschranzen und den Opfern gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, dass diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.
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Die Zeit der Schmetterlinge

von Julia Alvare
Kurzbeschreibung: "Im Dezember 1960 wurden drei Schwestern, die im Untergrund tätig waren, auf der Heimfahrt auf einer einsamen Gebirgsstrasse im Norden der Dominikanischen Republik ermordet. Sie hatten ihre inhaftierten Männer besucht, die man tückischerweise in ein abgelegenes Gefängnis verlegt hatte, um die jungen Frauen zu zwingen, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen. Nur die vierte Schwester, die nicht mitgefahren war, blieb verschont. Ich war noch ein junges Mädchen, als ich von dem 'Unfall' hörte, und seitdem gingen mir die Schwestern Mirabal nicht mehr aus dem Sinn. Ich machte mich daran, ihre Geschichte aufzuschreiben", sagt Julia Alvarez, die die Dominikanische Republik kurz vor der Ermordung des Diktators Trujillo mit ihren Eltern verlassen musste.
Klappentext: »Am 6.August 1960 traf meine Familie aus der Dominikanischen Republik in New York ein, ins Exil getrieben von Trujillos Tyrannei. Mein Vater hatte an einer Verschwörung teilgenommen, die von Trujillos gefürchteter Geheimpolizei aufgedeckt wurde.
Etwa vier Monate nach unserer Flucht wurden drei Schwestern, die ebenfalls im Untergrund tätig waren, auf der Heimfahrt auf einer einsamen Gebirgsstrasse ermordet. Sie hatten ihre inhaftierten Männer besucht, die man in ein abgelegenes Gefängnis verlegt hatte, um die jungen Frauen zu zwingen, die gefährliche Reise auf sich zu nehmen. Nur die vierte Schwester, die nicht mitgefahren war, blieb verschont.
Ich war noch ein junges Mädchen, als ich von dem "Unfall" hörte, und seitdem gingen mir die Schwestern Mirabal, die vom Volk liebevoll "die Schmetterlinge" genannt wurden, nicht mehr aus dem Sinn. Ich sammelte alles Material über die ebenso tapferen wie schönen Frauen. Mich liess die Frage nicht los: Woher hatten sie diesen ungewöhnlichen Mut genommen?
Auf der Suche nach Antwort machte ich mich daran, ihre Geschichte niederzuschreiben. Ein Roman ist gewiss kein historisches Zeugnis, aber er ermöglicht eine Reise durch das menschliche Herz.
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Bewohnte Frau

von Gioconda Belli
Kurzbeschreibung: Lavinia, eine attraktive junge Architektin, verliebt sich in Felipe und kommt in Kontakt mit der Widerstandsbewegung gegen das diktatorische Regime ihres Landes. Sie wird in eine Aktion verwickelt, die ihrem Leben eine dramatische Wende gibt...
"Ein Buch zum Verschlingen in einer Nacht." (Marianne Kröger)
Auszug: Bei Sonnenaufgang kam ich wieder ans Licht. Merkwürdig ist alles, was dort in der Tiefe seit jenem Tag geschehen ist, als ich Yarince zum letzten Mal sah. In der Totenfeier sagten die Alten, dass ich nach Tlalocan reisen werde, den Gärten ewigen Frühlings im Osten, dem Land des Grüns und der Blumen, die sanfter Regen streichelt. Doch dann lag ich jahrhundertelang allein in einer Höhle aus Erde und Wurzelwerk und sah staunend meinem Körper zu, der langsam zu pflanzlicher Natur wurde. Hunderte von Jahren, in denen ich die Erinnerung an Kürbisrasseln wachhielt, an Pferdegetrappel, Aufruhr, Lanzen, an die Angst, zu verlieren und an Yarince und seinen sehnigen Rücken. Seit Tagen schon hörte ich den Regen, wie er sich erst in kleinen Rinnsalen, dann in grossen unterirdischen Strömen meiner jahrhundertealten Wohnung näherte, sich Gänge öffnete,mich durch die feuchte, durchlässige Erde anzog. Ich spürte, dass ich der Welt immer näher kam, an den sich verändernden Farben der Erde erkannte ich es.
Ich sah die Wurzeln. Ausgestreckte Hände, die mich riefen. Und die Macht des Befehls zog mich unwiderstehlich an. So drang ich in den Baum ein, in seine Blutbahnen, ich durchlief ihn wie eine lange Liebkosung aus Saft und Leben, ein öffnen von Blütenblättern, ein Zittern von Zweigen. Ich fühlte seine rauhe Rinde und die feine Architektur seiner äste und dehnte mich in den Pflanzengängen dieser neuen Haut, streckte mich nach so langer Zeit, löste mein Haar und reckte mich dem blauen Himmel mit den weissen Wolken entgegen, um den Vögeln zuzuhören, die noch genauso singen wie damals.
Und ich sang mit meinem vielstimmigen Mund - ich hätte tanzen wollen - und fand meinen Stamm voller Knospen und in meinen Zweigen den Duft von Orangen. Vielleicht bin ich endlich in jenen tropischen Gefilden angekommen, im Garten von überfluss und Ruhe, der stillen, unaufhörlichen Freude derjenigen, die im Zeichen von Quiote-Tläloc sterben, des Herrn der Wasser... Denn dies ist nicht die Zeit der Blüte, es ist die Zeit der Frucht. Doch hat der Baum meinen eigenen Kalender angenommen, mein eigenes Leben, den Rhythmus anderer. Bewohnte Frau - HIER bestellen!

Santo Domingo = SDQ
Puerto Plata = POP
Punta Cana = PUJ

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